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  • AutorenbildFabio Bonolo

Prompt Engineering

Aktualisiert: 26. Feb.

Die Wissenschaft des Promptings - eine Anleitung


Seit dem 16. Januar 2024 sind die verschiedenen Hürden für den Erwerb von Copilot for Microsoft 365 gefallen. Viele Unternehmen haben für IT-Mitarbeitende oder für einzelne Power-User Lizenzen erworben, um sich mit der neuen KI von Microsoft vertraut zu machen. Auch ich habe mich in letzter Zeit intensiv mit Copilot und insbesondere mit dem neuen Buzzword «Prompting» auseinandergesetzt. Hier meine Haupterkenntnis: ⬇️


☝🏻 Die Antworten von Copilot sind nur so gut wie deine Prompts! ☝🏻


Man spricht nicht umsonst von «Prompt Engineering». Denn wenn Prompts nicht strukturiert und gehaltvoll sind, dann liefert Copilot keine zufriedenstellende Antworten. 😖 Wir müssen unser Suchverhalten ändern, denn die Zeiten der Stichwortsuche à la googeln sind mit dem Durchbruch von KI vorbei. 👋🏻


Und aus diesem Grund teile ich sehr gerne eine Schritt-für-Schritt Anleitung mit euch, damit ihr das Maximum aus Copilot herausrausholen könnt. 🚀 Das Wichtigste vorab: Ein guter Prompt besteht meist nicht nur aus einem einzigen, kurzen Satz, sondern setzt sich aus verschiedenen Sätzen mit unterschiedlichen Inhalten und Befehlen zusammen. 💡


Und jetzt kommt die Zauberformel: 🪄

Copilot reagiert am besten auf eine bestimmte Prompt-Struktur - ich nenne sie die «Zauberformel». Denn eure Eingaben sind hauptverantwortlich für die Performance von Copilot. Die Zauberformel soll euch eine Struktur geben, wie ihr Prompts erstellt und prüft, bevor ihr sie für eine Antwort abschickt. Und hier ist sie: 👇🏻


  1. Ziel ➡️ Was soll Copilot tun?

  2. Konkretisierung ➡️ Wie soll er es tun?

  3. Kontext ➡️ Wofür soll er es tun?

  4. Quelle ➡️ Woher soll er die Informationen beziehen?

  5. Zweck ➡️ Was sind deine Erwartungen?


Und wie wird die Formel jetzt in der Praxis angewendet? Um das zu erläutern, habe ich für euch einen Beispielprompt vorbereitet, um eine PowerPoint-Präsentation aus einem Word-Dokument zu generieren: ⬇️





Wie ihr sieht, besteht der Prompt aus drei Sätzen und ist entlang der Zauberformel strukturiert. Mit dieser Formel gebt ihr Copilot die relevanten Informationen, damit er eine zufriedenstellende Antwort, in diesem Fall die gewünschte PowerPoint-Präsentation, generieren kann. ✔️


 

🔍Deep Dive


Tauchen wir eine Stufe tiefer ins Prompt Engineering ein. Es gibt verschiedene bewährte Methoden die ihr pro Teilbereich der Zauberformel verwenden könnt. Zum heutigen Zeitpunkt gelten diese Methoden als Best Practices, da sie dem Funktionsumfang von Copilot entsprechen. Ich gehe davon aus, dass das LLM (Large Language Model) künftig stark weiterentwickelt wird, was bedeutet, dass Copilot in Zukunft mehr Aktionen ausführen können wird. 💫


Nachfolgend gehe ich auf verschiedene Begrifflichkeiten und Wortarten ein, die euch beim Generieren von Prompts helfen sollen. Dabei orientiere ich mich wieder an der Zauberformel. ⬇️


1. Ziel ➡️ Was soll Copilot tun?

Hier geht es um den Task, der Copilot ausführen soll. Diesen Task beschreibt ihr am besten als Verb. Im Beispielprompt lautet der erste Teil: «Generiere mir bitte eine PowerPoint Präsentation». Zentral bei diesem Prompt ist das Verb zu Beginn des Satzes. Hier sagt ihr dem Copilot, was ihr von ihm braucht. Dabei kann Copilot verschiedene Aktionen ausführen, wofür ihr folgende Verben bestens anwenden könnt: 


  • Prüfe...

  • Transformiere... / Wandle [abc] um / Passe [xyz] an

  • Fasse [x] zusammen...

  • Generiere...


Ihr könnt den Copiloten aber ganz klassisch nach etwas fragen, ohne dass er ein Dokument, einen Text oder ein Bild für euch erstellen oder anpassen muss. Auch da könnt ihr euch an die Zauberformel halten, wobei eher selten eine Konkretisierung der Frage nötig ist. Dabei schreibt ihr lediglich den ersten Teil des Prompts in Form einer Frage. 💡


2. Konkretisierung ➡️ Wie soll er es tun?

Oftmals reicht ein einfacher Befehl nicht aus, damit Copilot genau deine Vorstellungen trifft. Deshalb ist eine Konkretisierung des Befehls sehr wichtig. Du kannst dir das wie bei einem Fussballspiel vorstellen: ⚽


Der Trainer sagt seinem Topstürmer: «Schiesse heute zwei Tore». Das ist, was der Stürmer tun soll - also in der Analogie ist das Punkt 1 der Prompt-Zauberformel. Der Trainer kann es aber auch konkretisieren: «Schiesse heute zwei Tore. Ein Tor mit dem linken Fuss und ein Tor mit dem rechten Fuss». Genauso wie der Stürmer jetzt klarere Anweisungen hat, so verhält sich auch der Copilot. Deshalb ist die Konkretisierung des Befehls sehr wichtig. 🎯


3. Kontext ➡️ Wofür soll er es tun?

Auch hier wieder gilt: Der Copilot fasst nur das auf, was du ihm erzählst. Und wie ist es in menschlichen Konversationen? Der Kontext ist wichtig! Wie viele Promis, Politiker oder Spitzensportler wurden schon an den Pranger gestellt, weil einfach nur ein Satz in den Medien zitiert und komplett aus dem Kontext gerissen wurde? 🤔 Das verschafft der medienkonsumierenden Gesellschaft einen falschen Blick auf die Person und die Sache. Und Copilot funktioniert verblüffend ähnlich wie wir Menschen: Gebt ihr ihm keinen Kontext mit, ist die Chance gross, dass er euch zusammenhanglose Responses liefert, weil er einen falschen Blickwinkel auf die Sache hat. 🤷🏻♂️ Das ist auch einer der Hauptgründe für meine Erkenntnis, dass Copilot nur so gut ist, wie eure Prompts.


Um beim Prompting einen Kontext herzustellen, könnt ihr euch an zwei Kernfragen orientieren, die ihr in eurem Prompt beantwortet:

❓Wieso/Wofür brauchst du es?

❓Wer ist involviert?

Im Beispielprompt habe ich genau diese zwei Fragen beantwortet: «...für einen Workshop zur Einführung von Microsoft Copilot [Wofür?] in einem Schweizer KMU mit 250 Mitarbeitenden [Wer ist involviert?]».


4. Quelle ➡️ Woher soll er die Informationen beziehen?

Der grosse Vorteil von Copilot for Microsoft 365 ist, dass er nicht nur auf den Unmengen an (teilweise falschen) Daten aus dem Internet basiert, sondern insbesondere auf den Daten eures eigenen Tenants. Entsprechend habt ihr die Möglichkeit, eigene Daten oder Dokumente 📄 als Quelle anzugeben. Warum das wichtig ist fragt ihr? Ganz einfach: Er sucht sonst nach Quellen aus dem Web und ihr könnt euch sicher sein, dass er euch keinen zufriedenstellenden Output liefert. 🤨


Wie auch? Er reagiert ja nur auf die Informationen, die ihr ihm zur Verfügung stellt! Deshalb ist die Angabe von (internen) Quellen sehr bedeutend. Und genau dafür ist ja Teams/SharePoint ausgelegt: Kopiert den Link der Datei und fügt ihn direkt in euren Prompt ein. Achtet euch dabei in der Zauberformel auf die Setzung eines Doppelpunkts. Und glaubt mir - es ist echt faszinierend, wie Copilot innert Sekunden ein 30-seitiges Dokument oder ein ganzes Buchkapitel zusammenfasst. 🤩 


5. Zweck ➡️ Was sind deine Erwartungen?

Um den perfekten Prompt abzuschliessen, gebt ihr Copilot zum Schluss noch eure Erwartungen mit. Hier seid ihr natürlich sehr frei in der Aus- und Wortwahl.


💡Tipp: Wenn ihr mit dem Resultat nach dem ersten Prompt nicht zufrieden seid, dann fasst nach und konkretisiert eure Erwartungen in einem zweiten oder dritten Prompt, bis ihr das gewünschte Resultat geliefert bekommt, statt den Prompt komplett neu zu schreiben.


 

🚀Tipps & Tricks


In a Nutshell ist dies das Vorgehen für ein professionelles Prompting. Zum Abschluss dieses Artikels möchte ich euch aber trotzdem noch den einen oder anderen grundsätzlichen Tipp zum Umgang mit Copilot mitgeben: 🤓


💡Limitierungen von Copilot kennen💡

Copilot ist auf eure aktuelle Unterhaltung im aktuell geöffneten Tool (Teams, Outlook...) limitiert, also achtet darauf, so viele Details wie möglich in euren Prompts zu nennen. Die KI kann nur auf die Befehle und Inhalte reagieren, die ihr in eurem Prompt erfasst. Seid euch diesem Umstand stets bewusst, wenn ihr Copilot nutzt. ❗


💡Anführungs- und Schlusszeichen nutzen💡

Anführungs- und Schlusszeichen helfen, wichtige Punkte deines Prompts für Copilot zu highlighten. Im besten Fall setzt du den Satzteil oder das Wort in die Satzzeichen, welches Copilot erstellen, anpassen oder ersetzen soll. 🪢


💡Schreibfehler vermeiden💡

Das LLM (Large Language Model) ist auf die aktuelle Grammatikregeln programmiert und hat nur eine bedingte Rechtschreibkorrektur-Funktion. Um bei deinen Prompts ganz sicher zu gehen, empfehle ich euch eure Prompts vor dem Abschicken jeweils auf Schreibfehler zu überprüfen. ✔️


💡Freundlich bleiben💡

Einer zum Schmunzeln, aber trotzdem wahr: Wenn ihr eine freundliche Ausdrucksweise benutzt, verbessert das nachweislich die Responses von Copilot. Interagiert mit ihm, wie ihr euch mit eurem Arbeitskollegen oder eurer Arbeitskollegin unterhaltet und steigert die Chancen nach einer guten Antwort auf euren Prompt. 😊


 

🎯Mein Fazit


Meine Erfahrung zeigt, dass Stichworte oder oder einfache Sätze selten bis nie zu einer guten Antwort von Copilot geführt haben. Microsoft stellt uns ein umfassend trainiertes Sprachmodell zur Verfügung, das aber nur mit den Informationen arbeiten kann, welches wir ihm liefern. ℹ️


Wenn ihr zu denen gehört, die sich Copilot-Lizenzen angeschafft haben: Herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen und richtigen Schritt! 👏🏻 Damit ihr aber auch wirklich happy mit dem KI-Begleiter von Microsoft werdet, sorgt für klar strukturierte Prompts, erfasst am besten zu viele Informationen und orientiert euch an der Zauberformel. 🚀


💫Change Management ist der kritische Erfolgsfaktor💫

Für mich zeigt sich die Situation ganz klar: In der Praxis sprechen wir hier nicht über eine technische Implementierung. Nein, Copilot funktioniert ganz nach dem klassischen «Plug-and-Play» Ansatz. Es handelt sich ohne jeden Zweifel um ein Change-Vorhaben. Wenn ihr es nicht schafft, eure Mitarbeitenden zu befähigen ihr Suchverhalten zu verändern, dann könnt ihr die absolut genialen Vorteile von Copilot nicht effizient nutzen und dann stimmt das Preis-/Leistungsverhältnis nicht. Wenn ihr aber viel in das Prompt Engineering und das Suchverhalten eurer Arbeitskollegen/-innen investiert und «dranbleibt», dann ist die Beschaffung und Nutzung von Copilot ein absoluter No-Brainer - gegenwärtig, wie auch in Zukunft. 🚀


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